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Fanon:Das Erwachen - Kapitel 3

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Das Erwachen (III)


Das erste was Phoenixclaw am neuen Schiff auffiel, war die Beleuchtung. Die erste Blackbird wurde nur von den Konsolen erleuchtet, im KIZ konnten einige nur lesen, weil die Galaxie-Karte so hell gestrahlt hatte. Dieses Schiff aber hatte in den Zierleisten am Boden und oben an der Decke mehrere Leuchten, sowie ein spezielles Kristallglas, welches bei entsprechender Elektrifizierung an bestimmten Stellen leuchtete oder kleine Blitze dekorativ schlagen ließ.
Das neue KIZ war im Verhältnis 1:2 zum alten, so das nun um den Kartentisch einige Konsolen standen, auf denen die enormen Mengen Daten der Sensoren für Silver gefiltert wurden oder die neusten Nachrichten aus der ganzen Galaxie kamen.
Säulen in Form gebogenen Doppelhelixspiralen stützen die Decke und grenzten das kleine Podest mit dem Kartentisch und der Galaxie-Karte ab.
Tiefblau leuchtete ein Hologramm der Blackbird über den Kartentisch. Sie ging herum, worauf das Hologramm zuerst ausgegraut wurde und dann verschwand, dafür erschien aber die Galaxie-Karte. Über der emulierten Wirklichkeit spannte sich ein seltsames Netz aus roten Ringen und Strichen.
Eine junge Offizierin, vielleicht vier oder fünf Jahre älter als sie, begrüßte sie:
„Guten Tag Commander. Ich bin Katakara Nisha, technische Offizierin mit Schwerpunkt Kommunikation. Sie können mich Katakara, bevorzugt aber Kara nennen. Ich bin für die schiffsinterne Kommunikation, so wie für diverse Übertragungen in einzelne Gebiete zuständig, außerdem überwache ich den Gemütszustand der Crew und spreche mit einzelnen, sollte sich deren Laune zu sehr auf ihre Leistung auswirken.“
Phoenixclaw war kurz verwundert, antwortete dann aber:
„Sie sind so etwas wie eine Psychologin und dann auch noch Kommunikationsoffizierin? Das ist die interessanteste Kombination von Fachbereichen, von der ich je gehört habe. Danke für die Info.“
Kara lächelte, nickte kurz und ging dann wieder zu zwei anderen Offizieren. Phoenixclaw stieg derweil in den Fahrstuhl und fuhr ein Deck runter.

Das Mannschaftsdeck war genauso aufgebaut wie das alte. Nur befand sich um die Tische ein großes Hologramm, auf dem Nachrichten, sowie die aktuelle Position angezeigt wurden. Anders aber als bei der ersten, befand sich nun Richtung Cockpit nicht die Überwachungskonsole für die Sensoren – die befanden sich ja jetzt oben im KIZ – sondern ein weiterer Raum.
Die Krankenstation war, wie bei Schiffen der Wing Technologies scheinbar üblich, auf der rechten Seite. Jedenfalls lehnte in der Tür eine breit grinsende Mistral. Phoenixclaw lächelte zurück und ging dann hinter zum neuen Raum.
Als sich die Tür öffnete, sah sie jede Menge Verhau. Hanteln, Sandsäcke, das Übliche eben für einen Fitnessraum. Doch dazwischen lagen Bücher und Kissen, in einer Ecke war so etwas wie eine improvisierte Schlafstätte. Etwas weiter hinten stand jemand. Sie musste sich nicht umdrehen, damit Phoenixclaw sie erkannte.
„Heilige Scheiße! Seraphim! Was machst du hier? Ich dachte, du wärst wie der Rest der Crew versetzt worden!“, rief Phoenixclaw verwundert.
„Das hast du dir zusammen gereimt?“ Seraphim seufzte. „Dann haben sie sich dran gehalten. Ich hab Mistral und Silver gebeten, dass sie mich bei ihren Erzählungen aussparen sollen. Allerdings wäre „getötet“ besser als „versetzt“ gewesen.“, erklärte sie und drehte sich um. Phoenixclaw zuckte leicht zurück.
Seraphims rechte Gesichtshälfte war nicht mehr wiederzuerkennen. Eine flammenrote, große Narbe zog sich über ihre Wange bis zu ihrem Ohr und sie besaß nun künstliche Augen, was man an der seltsam schimmernden Iris erkannte. Ein Teil ihrer Augenbraue fehlte und darüber sah man die geheilte Narbe eines Schädelimplantats. Sie hatte ihre roten Haare auf der rechten Seite kurz rasiert, so dass die längeren auf der linken Seite zusammen mit ihrem gesunden Gesicht einen heftigen Kontrast gaben.
„Und wie soll ich dich jetzt nennen? Two Face?“, fragte Phoenixclaw, nachdem sie den ersten Schock verarbeitet hatte.
Seraphim lächelte:
„Nein, dazu bräuchten wir jemand, der diesen Witz versteht. Bleib einfach bei Seraphim. Es heißt immer noch Laura Seraphim.“
„Als nicht mehr Lieutenant Laura Seraphim?“
„Nur noch ‚Ehemaliger‘. Die Allianz konnte keinen verkrüppelten Biotiker gebrauchen. Zumal damals, als Nachwirkung, mein L3 immer ausfiel oder durch knallte. Ich wurde in den verfrühten Ruhestand geschickt. Mit 26 Jahren…“
Phoenixclaw schüttelte nur den Kopf.
„Was ist nur mit dir passiert? Und wieso machst du jetzt weiter?“, fragte sie. Seraphim fuhr über ihre rechte Gesichtshälfte.
„Pure Ironie des Schicksals. Ich wollte aufs Klo und ging aus der Mannschaftskabine raus. Plötzlich explodierte alles hinter mir. Ich konnte mit meiner Biotik noch einige aus den Trümmern fischen, ehe die Schotten den Bereich abriegelten. Dann rannte ich hinter und half Galaxia bei der Evakuierung. Genau in dem Moment erlebten wir den zweiten Treffer. Ich stand genau neben einer Wasserleitung für die Hitzetauscher der Hülle. Die Leitung explodierte und ich wurde in die Kapsel geschleudert, doch leider verbrühte mir das heiße Wasser das Gesicht und die Schrappnellstücke des Rohres ließen mich erblinden. Außerdem erlitt ich ein Schädel- und ein Schleudertrauma, war querschnittsgelähmt, lag im Koma. Zuerst rettete mich das Schicksal; nur um mir dann, während ich andere Leute rette, voll in den Arsch zu treten. Nachdem mich die Allianz ausgemustert hatte, kehrte ich unglücklich nach Eden Prime zurück und musste von meinen Eltern gepflegt werden. Was für eine Schande… Als die Geth und ein abtrünniger Spectre dann vor zwei Jahren Eden Prime angriffen, kochte in mir die Wut hoch. Die Wut über die Allianz, die uns und unsere Mission bis heute verleugnen; die Wut über meine damalige Blödheit und die Wut auf unsere Angreifer. Ich hatte einen echten Schreikrampf, den niemand unterbinden konnte.“
Seraphim hielt kurz inne.
„Kurz darauf kamen Mitarbeiter der Wing Technologies, die von Mistral geschickt wurden. Sie brachten mich auf die Corona-Station, wo ich neben neuen L5-Implantaten auch welche bekam, die die Verbindung meines Rückenmarks mit meinem Gehirn wiederherstellten und meine Lähmung heilten. Ich bekam neue Augen und mir wurde sogar eine Hauttransplantation angeboten, die ich aber ablehnte. Die Implantate, die dich zurückbrachten, gaben auch mir eine Chance auf Rache. Ich bin eine bessere Biotikerin als jemals zuvor. Jede Matriarchin würde vor mir erzittern. Lion, ich geb dir meine Macht, wenn du mir die Chance auf Rache gibst.“
Phoenixclaw lächelte und hielt die Hand hin. Seraphim erwiderte die Geste und schlug ein.
„Dann begrüße ich dich nun als erstes offizielles Teammitglied von Commander Marié Phoenixclaws neuen Squad. Seraphim, du hast mir vor vier Jahren bereits deine Stärken gezeigt, das kann man nur schwer topen.“
Seraphim machte eine seltsame Geste und stellte sich wieder in eine Ecke, wobei nun plötzlich eine schwere Hantel angeflogen kam. Phoenixclaw lachte kurz und ging dann.

Sie wollte endlich in ihre Kabine. Doch kaum, das sie eintreten wollte, erschien EVI und erklärte:
„Das ist die Kabine des Piloten. Falls Sie Ihre suchen, sie befindet sich auf Deck 1. Wollen Sie trotzdem eintreten?“
„Nein danke. Äh… Was ist noch auf diesem Deck?“
Wieder erschien eine kleine Karte neben EVI.
„Sie haben bereits das Mannschaftskasino, die Krankenstation und die Kabine von Miss Seraphim gesehen und stehen nun vor der des Piloten. Auf der anderen Seite des Fahrstuhls befindet sich der Weg in die anderen Mannschaftskabinen, wie auch in die beiden Aussichtsdecks. Desweiteren befinden sich dort die Toiletten und Waschräume, sowie die Treppen ins Zwischendeck, wo sich die Räume für meine Server und die Lebenserhaltung befinden. Brauchen Sie noch was?“ Phoenixclaw schüttelte den Kopf:
„Nein, danke.“
EVI nickte und verschwand.
„Das ist immer noch cool“, flüsterte Phoenixclaw als sie zum Fahrstuhl ging um hoch zu Deck 1 zu fahren.

Als sie aus dem Fahrstuhl stieg, stand sie erst mal vor einer Wand mit dem Zeichen von Wing. Die Tür war etwas nach links versetzt. Nachdem sie endlich in ihrer Privatkabine drinnen war, nickte Marié Phoenixclaw nur anerkennend. Im Vergleich zu dem hier, war die Kabine auf der ersten Blackbird eine bessere Besenkammer gewesen. Die Kabine war in drei Ebenen unterteilt und bestand aus einer Schreibtischnische, die Stufe runter einer Couchecke und noch eine Stufe runter dann ein Doppelbett, über dem Hologramme schwebten. Vom Beginn des eigentlichen Raumes, bis zur Stufe zum Bett reichte ein Aquarium. Links neben dem Bett war ein Waffen- und Rüstungsschrank. Am Schreibtisch befanden sich außerdem noch zwei große Vitrinen, in denen bereits drei Modelle von wing’schen Schiffen standen: Die „SSV Blackbird“, die „WT Blackbird“ und die „SSV Normandy“. Die Hülle über der Kabine war mit großen, dicken Glasplatten durchbrochen, durch welche man neben den Energieschild der Blackbird auch die abertausend Sterne sehen konnte.
„EVI, was kannst du mir hierüber erzählen?“, fragte Phoenixclaw nur zum Test. Das Hologramm erschien, wobei ein feines Lächeln auf den projektzierten Gesicht von EVI zu sehen war.
„Dies ist Ihre Kabine. Die Wing Technologies legen bei ihren eigenen Schiffen ihr Augenmerk auf den größtmöglichen Komfort für den Kommandeur des jeweiligen Schiffes. Mithilfe der drei Ebenen, sowie der Trennwand zum Schreibtisch hin, wirkt die Kabine optisch größer und übersichtlicher. Außerdem werden die Bereiche Arbeit, Lifestyle und Ruhe getrennt. Das Glas, welches sich in der Druckhülle befindet, und im Falle eines Kampfes oder gefährlichen Gegenden von einem 30 Zentimeter dicken Larodiumschotts geschützt wird, lässt den Blick in die Tiefen des Universum zu. Nur zur Info: Ich kümmere mich um eventuelle Fische im Aquarium. Fische können auf fast jeder Station erworben werden. Ich werde auf Ihr Universalwerkzeug oder Ihren Tech-Com mögliche Kombination anzeigen, sollten Sie welche kaufen wollen. Haben Sie noch einen angenehmen Aufenthalt.“
EVI nickte und verschwand wieder.
In dem Moment fiel Phoenixclaw die kleine Nische auf, welche vom Hologramm überdeckt wurde. Zuerst dachte sie, dass dahinter ein privates Badezimmer war, doch hinter der schmalen Tür war vielmehr ein weiterer Raum. Die Leuchtstreifen auf dem Boden führten vor Richtung Nase, wo es langsam niedriger wurde. Phoenixclaw folgte den Streifen und setzte sich auf eine Art Würfel. Plötzlich begann sich die Hülle zu öffnen und noch viel mehr Glasplatten wurden sichtbar. Der ganze Raum war ein einziges Observatorium.
„Ach du heilige Scheiße…“, flüsterte Phoenixclaw einfach nur und schaute auf die abermilliarden Sterne. Zugleich wunderte sie sich über die Konstruktion der Glasscheiben. Sie waren praktisch bündig zueinander, was aber eigentlich nicht möglich ist. Man konnte einfach nicht erkennen, wie das alles hielt und wie es so stabil war.
„Willkommen auf dem Ruhedeck. Ihr Wunsch ist meine Aufgabe.“, meinte EVI nur knapp.
Phoenixclaw lächelte einfach nur und konnte es nicht fassen. So viel Glück an einen Tag konnte ein Mensch doch nicht haben!
„Na dann… Vor dem Maschinendeck arbeite ich mal und versuch mich mit den neuen Koordinatensystem anzufreunden.“, meinte sie leise und ging, wobei sich die Hülle wieder schloss.


Ende von Abschnitt III

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