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Fanon:Wege zum Sieg - Kapitel 7

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Wege zum Sieg (VII)


Während sich die Blackbird in der Raumblase befand, befasste sich Phoenixclaw mit dem Bericht der Allianz, der sie trotz ihrer Zugehörigkeit zu Wing immer noch betraf. Hackett hatte ihn ihr zugespielt. Der Ausgangspunkt waren zwei einzelne Gesuche eines Majors ans Allianz-Parlament, ob die beiden mutmaßlich auferstandenen Commander nun zu diesem und anderen Umständen verhört werden sollen. Hackett boykottierte beide Gesuche im Allianz-Parlament und bekam deswegen von einigen Generälen und einem anderen Admiral diverse Anschuldigungen an den Kopf geworfen. Da Hackett aber der Leiter des Allianz-Militärs war und die Citadel-Flotte als stärkste Macht aufbaute, traute sich niemand näher heran oder fragte nach, warum er den Vorschlag ablehnte.
Er hielt ihr den Rücken frei. Ihr und Shepard. Genau darauf hatte sie gehofft.

Die Nachricht von Wing war komplett anders. In ihr ging es um die möglichen Aufenthaltsorte des Kollektorenschiffes. Die Forscher von Wing konnten ein Muster in der scheinbar willkürlichen Zerstörung der Kolonien feststellen. Und, sie konnten ein seltsames Signal einer ehemaligen turianischen Fregatte auffangen.
„Hm… Wie auch immer diese Wissenschaftler und Experten auf ein Muster gekommen sind… Ich sehe es nicht. Aber die Fregatte… Das ist eine Spur. Die Fregatte ist alt. Sehr alt. Sie gehört nicht mehr zum turianischen Militär, sondern zu einem Handelskonsortium, deswegen sendet sie auch kein turianisches Signal. Sie kreuzt durch das Korlus-System. Ihre Technik ist nicht mehr auf den neusten Stand und ihre Kommunikation ist wohl ausgefallen. Doch irgendwas stimmt nicht. Wieso fliegen sie solche Zick-Zack-Linien?“, dachte sie, als sie die Koordinate im Korlus-System anschaute.
Sie ging wieder ins KIZ und gab die Koordinate ein, die in der Nähe eines kleinen Planeten lag. Wenn da wirklich das Kollektorenschiff war, und keine Piratenbande, würden sie hoffentlich noch rechtzeitig ankommen, bevor es wieder abhaute. Allerdings… was macht das Schiff in einem Cluster, in dem keine menschliche Kolonie war?
„Beeilung Silver! Ich will die Schweinehunde so früh wie möglich festnageln!“, rief sie, als sie vor rannte. Die Blackbird, die sich eigentlich auf den Weg in ein komplett anderes System befand, bremste und fiel aus den Raumtunnel, dann ging es zu den neuen Koordinaten.

„Das wird eng…“, meinte Silver. Sie schüttelte nur bestimmt den Kopf.
„EVI, aktivier die EMP-Waffen.“, sprach sie.
„Die Schocks wurden aktiviert, sie können aber nur mit ihrer Freigabe abgefeuert werden.“, erklärte EVI daraufhin, woraufhin auf der Konsole des Co-Piloten ein quasi-HUD angezeigt wurde.
Phoenixclaw war kurz verdutzt, setzte sich dann aber und kalibrierte die EMP-Schocks.
Es wurde eine Skala angezeigt, die die Stärke der Schockwellen darstellte. Da sie nicht wusste, was zu viel und was zu wenig sein würde, ging sie beherzt in den oberen Bereich, wobei angezeigt wurde, dass diese Stärke zum Lahmlegen von gigantischen Schlachtschiffen verwendet wurde. Das war also ideal. Die Crew würde das zwar nur überleben, wenn die Hülle dick genug war, was aber in dem Fall relativ egal sein dürfte.
Auf der reaktiven Oberfläche leuchtete ein Hologramm grün auf, die Kondensatoren waren für den Schock geladen. Es war alles bereit.

Die Blackbird kam gut raus. Das Kollektorenschiff verfolgte wirklich eine alte turianische Fregatte, die sich mithilfe winziger ÜLG-Sprünge – wie ein Kaninchen Haken schlagend, eine interessante, vielleicht ungewollte Taktik – vor dem Schiff retten wollte. Doch die Fregatte war bereits angeschlagen und wurde beim nächsten Treffer glatt zerstört. Das war eigentlich die Gelegenheit. Die Breitseite des Kollektorenschiffes wirkte einladend auf Phoenixclaw, doch sie wartete noch mit dem EMP-Schock.
Gerade als sich das Schiff umdrehen und angreifen wollte, drückte sie ab. Zwei gigantische Schockwellen gingen von der Blackbird aus und folgten einer führenden Plasmaspur. Der Großteil der Energie wurde nach vorne abgegeben, weshalb sich die Schockwellen immer weiter in die Mitte verlagerten und das Kollektorenschiff voll trafen.
Der Antrieb und auch das Licht auf dem Schiff verloschen.
„Mach einen Scann EVI, versuch dich einzuhacken.“, meinte Phoenixclaw etwas sprachlos und schaute sich das Kollektorenschiff genauer an. War das dasselbe wie auf Horizon? Es sah irgendwie anders aus…
Nach einem kurzen Moment sprach EVI plötzlich:
„Tut mir leid, die Bordtechnik ist wegen des starken EMP-Schocks zusammengebrochen. Ich kann mich nicht einhacken. Sie müssen mich manuell mit dem System des Schiffes verbinden, damit ich mögliche Koordinaten der Heimatwelt finden kann.“
„Ich soll da drauf? Dein Ernst?“, fragte Phoenixclaw etwas gequält.
„Ich registriere keine Lebensanzeichen der Kollektoren, wobei sie sich allerdings auch in einen regenerativen Zustand befinden können. Die Energie im Kern liegt bei null, er wurde komplett entladen. Es wird eine Weile brauchen, bis sie ihre Systeme wieder hochfahren können. Bis dahin werden wir bereits wieder weg sein.“, versicherte EVI.
„Wegen dir werde ich noch hundert Jahre altern. Ok, ich gehe auf das Schiff. Seraphim und Tensagi sollen es sich unten im Jäger bequem machen.“, meinte Phoenxiclaw wenig begeistert.
Zu Silver flüsterte sie:
„Wenn das Schiff trotzdem wieder aktiviert wird, kümmer dich nicht um mich, sondern rette dich und die Blackbird.“
Er wollte verneinen und irgendwas sagen, da küsste sie ihn, um ihn davon abzuhalten.
Silver blickte Phoenixclaw noch ein wenig hinterher, dann konnte er sich wieder mühsam aufs wesentliche konzentrieren.

„Wieso machen wir das?“, fragte Seraphim und ließ ihre Biotik spielen.
„Wir brauchen die Koordinaten. Leider hab ich lieber zu viel als zu wenig Energie in den EMP-Schock gelegt, weshalb sich EVI nicht mehr automatisch in die Systeme einhacken kann. Ich muss sie manuell mit einer verdammten Steuerkonsole verbinden.“, erklärte Phoenixclaw und flog mit dem Jäger ins Kollektorenschiff.
„Das ist mir klar, aber ich seh‘ es so, dass auch ein gelähmter Haifisch noch ziemlich furchteinflößende Zähne hat. Ich will das Schiff so schnell und großflächig wie nur möglich sprengen.“, entgegnete Seraphim und ließ leuchtend ihre biotische Sphäre zerplatzen.
„Pah… Astral, du hast zu viel radikale Energie in dir. Wenn du sie nicht bald bändigen kannst, wirst du noch zu einer tickenden Zeitbombe für deinen Captain.“, warf Tensagi ein.
„Commander, nicht Captain.“, berichtige Phoenixclaw um sich abzulenken. Sie landete den Jäger.
Tensagi schnaubte nur kurz, dann griff sie zu ihrer Waffe: Einem großen Plasmagewehr, welches eindeutig von Wing stammte. Die Zierelemente der Waffe leuchteten dabei cyanfarben auf und gaben einen guten Kontrast zum Schwarz des Metalls. Seraphim verdrehte kurz die Augen und zückte ebenfalls ihr Gewehr.
Phoenixclaw seufzte wegen dieser Gebärden und ging einfach vor.

Das Kollektorenschiff war organisch gebaut. Wirkte es außen wie eine Mischung aus Felsen und zylindrischem Schiff, so sah man innen nur die Höhlen eines Insektenschwarmes. Von der Decke tropfte aus fluoreszierenden Säcken ein zähflüssiges Sekret. Obwohl überall Löcher waren, registrierten die Sensoren eine fast schon angenehme Temperatur.
Hier und da waren die seltsamen Kapseln, in die die Kolonisten gelegt wurden. Ihr durchsichtiger Teil war allerdings durch eine seltsame schwarze Flüssigkeit beschmiert worden, von innen… Man sah nicht, ob da noch jemand lag oder was mit ihm passiert war. Einige der Kapseln waren offen. Seltsamer Dampf trat aus ihnen aus, auch in ihnen war die seltsame schwarze Flüssigkeit.
Phoenixclaw wagte sich weiter und fand einen Berg aus verrottendem Fleisch. Einigen Körpern sah man noch die Menschlichkeit an, bei anderem hatte neben der Verwesung noch etwas anderes diese Spuren verwischt.
„Sie wurden scheinbar aussortiert oder für andere Experimente missbraucht.“, erkannte Seraphim.
„Das ist ein trauriges und unwürdiges Ende für einen Menschen. Wir sollten schnell weiter, wer weiß wie lange es hier noch so ruhig bleibt.“, entgegnete Phoenixclaw und wendete sich so schnell wie möglich von den Leichenbergen ab.
Neben den Bergen aus Fleisch, Knochen und gestockten Blut waren allerlei Waffen. Die meisten waren von irgendeiner Substanz angegriffen worden, eine nicht. Es handelte sich dabei um das beste Scharfschützengewehr der Menschen. Einer „M-98 Widow“. Nur wenige konnten sie nutzen, ohne sich bei jedem Schuss den Arm zu brechen. Wahrscheinlich würde sie sogar noch ihr momentanes Präzisionsgewehr in den Schatten stellen…
Phoenixclaw griff sich die Widow und gab die „WT-W192 Heavy Rain“ an Seraphim weiter.
Sie gingen tiefer ins Schiff hinein, wobei nun Tensagi eine Sache auffiel:
„Wir sind noch keinem von diesen Kollektoren begegnet, oder? Selbst wenn sie nur gelähmt wären, müssten sie doch hier irgendwo rumstehen oder liegen. Seht ihr das genauso?“
„Ja, und das ist gerade meine größte Angst. EVI, immer noch keine Zeichen der Kollektoren?“, fragte Phoenixclaw.
„Nein. Die Sensoren der Blackbird registrieren nur Sie und Ihr Squad. Kurz vor dem EMP-Schock haben sie auch die Kollektoren erwischt, doch nun… Ich versuche sie zu rekalibrieren.“
„Warte kurz EVI. Was zum Teufel ist das?“ Phoenixclaws Aufmerksamkeit hatte sich gerade auf eine seltsame Konsole gerichtet.
„Übertrage die Daten von meinen HUD zu Mistral, ich glaube das es sie interessieren würde.“, meinte sie und ging näher hin.

Neben der Konsole waren drei von den seltsamen Kapseln. In den beiden vorderen lagen tote (oder gelähmte) Menschen, in der hinteren ein Kollektor.
Mithilfe ihres Tech-Coms konnte sie sich zwar keinen Zugriff in die Schiffssysteme, dafür aber in die Konsole verschaffen.
„Ich erhalte gerade die Daten“, meldete sich Mistral. „Oh bei den Göttern…“
„Was ist los?“, fragte Phoenixclaw.
„EVI hat mir das auch gezeigt“, meldete sich Silver. „und das wirst du nicht glauben.“
„Was ist denn?“
„Sie untersuchen die Unterschiede zwischen ihrer DNS und der der Menschen. Sie suchen irgendwas… aber Moment… Götter…“, erklärte Mistral und stockte.
„Sagt mir endlich einer was los ist?“
„Ich habe Dr. Mirage und, eher indirekt, Mr. Metal die Analyse des Kollektoren-Genmaterials gezeigt. Es besteht aus vier DNS-Strängen. Eine ähnliche Struktur wurde nur in 50.000 Jahre alten Ruinen gefunden“, erklärte EVI.
„Oh mein Gott… das heißt…“
„Die Kollektoren waren einst Protheaner.“
Seraphim und Phoenixclaw schauten sich ungläubig an.
„Eine genauere Analyse der Daten steht noch aus, doch das ist das wichtigste Ergebnis.“, hängte EVI an.
„Es steht außer Frage, dass die Protheaner von den Reapern ausgelöscht wurden. Aber dass einige zu den Kollektoren wurden… Wow…“, stammelte Phoenixclaw und schaute auf den Kollektor.
„Das ist abartig… So etwas erwarte ich normalerweise nur von den Dak'ratur...“, meinte Tensagi.
Phoenixclaw wandte sich ab, sie sah die Daten nun auch. Fast alles wurde durch organische Tech ersetzt. Von dem ursprünglichen Protheaner war nichts mehr vorhanden. Selbst die DNS wurde großzügig verändert.
„Wir gehen. Hier in der Nähe muss es schließlich irgendwo eine Konsole geben, in der ich finde, wonach ich suche.“, sprach sie und ging einfach.

Sie gingen noch tiefer ins Schiff und kamen in den zentralen Bereich, eine riesige Halle. Überall, an den Wänden, an der Decke, einfach überall waren die Kapseln.
„Heilige Scheiße…“, flüsterten Tensagi und Seraphim fast gleichzeitig.
„Das sind zu viele für eine einzige Kolonie, so groß sie auch sein mag…“, sprach Seraphim weiter.
Phoenixclaw hatte schon erkannt was los war:
„Diese Kapseln… die Kolonien waren nur der Anfang. Das Schiff bietet für mindestens 11 Milliarden Leute Platz…“
„Die Erde… Nein…“
Phoenixclaw schaute sich um. Die ganze Weltbevölkerung hatte Platz, so eng wie die Kapseln standen.
„Wir müssen sie so früh wie möglich stoppen.“, meinte sie und ging weiter.

Endlich fand sie etwas, was wie eine Konsole aussah, die direkt mit den Schiffssystemen verbunden war. EVI nahm sich ihrer gleich an.
„Ok, ich bin drinnen. Einen Moment…“
Sämtliche Daten des Systems wurden gezeigt, auch wenn niemand die seltsamen Zeichen verstehen konnte.
„Ich habe die Koordinaten, sowie einige weiteren interessanten Daten, und würde einen schnellen Rückzug in Erwägung ziehen.“, meinte EVI schnell.
„Wieso?“, fragte Phoenixclaw.
„Ich konnte eine Cerberus-Sonde in der Nähe aufspüren. Sie haben bemerkt, dass das Kollektorenschiff momentan antriebslos durchs All treibt. Ich vermute, dass Shepards Auftraggeber gerade den Hinweis zu diesem Schiff gibt.“
„Ah, gut… Ich wollte jetzt sowieso hier weg. Leg so gut es geht die Systeme lahm. Das Schiff soll noch eine Weile so bleiben.“
„Wird gemacht.“
Sie gab das Zeichen, womit sie wieder zurück zum Jäger gingen.

Wieder auf der Blackbird verließen sie das System so schnell wie möglich.
„EVI, schick die Daten zu Techtron. Er und seine Wissenschaftler werden sich die Finger danach lecken.“, meinte Phoenixclaw, als sie aus ihrer Rüstung stieg.
„Schon erledigt. Ich habe übrigens zwei Nachrichten: Erstens möchte Mistral mit Ihnen sprechen. Es geht um die Entdeckung. Zweitens wurde eine seltsam verschlüsselte E-Mail an Ihren Account weitergeleitet.“, entgegnete EVI, was Phoenixclaw mit einen Nicken zur Kenntnis nahm.

Kaum, dass sie bei Mistral durch die Tür war, meinte diese gleich:
„Das ist unglaublich! Wie können diese Reaper nur?!“
„Was ist los?“
„Ich habe mir nochmal die Daten des Kollektors angeschaut. Fast alle Organe wurden durch organische Tech ersetzt. Es gibt keine höheren Denkprozesse! Keine Kultur! Keine Seele! Die Reaper haben die Protheaner komplett vernichtet. Die Kollektoren sind nur ein Schatten dieser Spezies. Wir müssen sie töten, damit sie ihren Frieden finden!“, erklärte Mistral aufgebracht.
„Das war mein Plan. Aber jetzt komm wieder runter…“
„Nein! Das ist einfach nur abartig! Jeden Kollektor den wir töten, erlösen wir von seinen Qualen! Wir helfen ihnen sozusagen! Das ist einfach nur…“
„Mistral! Ich weiß. Du musst das nicht doppelt und dreifach sagen.“
„Ja, ok… Sorry. Aber das regt mich einfach so auf! Die Kollektoren sind ein Schrei. Der Nachhall einer Spezies, die große Teile des heutigen Citadel-Gebiets beanspruchten. Das was aus ihnen geworden ist, ist einfach nur… Mann!“
Mistral setzte sich auf einen Stuhl und versuchte sich abzuregen.
„Du musst dich nicht weiter damit beschäftigen, ich habe die Daten an Techtron weitergeleitet. Deinen unzähligen Kollegen dürfte es ähnlich wie dir ergehen.“, meinte Phoenixclaw.
Mistral schüttelte nur den Kopf und seufzte. Schließlich wandte sie sich wieder ihrer Konsole zu.
Phoenixclaw konnte auch nur wegen des Verhaltens ihrer Freundin den Kopf schütteln und schaute lieber auf ihren Mail-Account. Schnell ging sie hoch in ihre Kabine.


Ende von Abschnitt VII

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